Neue Welt (unfinished)

 

Indem sie ihm sanft ihre zarten Hände auf den offenen Mund hält, wird der letzte, verzagte Versuch eines Mannes, den sonderbaren Kerl mit dem Fahrrad am Weiterfahren zu hindern, im Keime erstickt.

Vom letzten Kreisverkehr der Stadt, welcher von einer riesigen Moschee und unzähligen kleinen, hell erleuchteten Läden und Restaurants umschlossen wird, führt eine dunkle Straße in Richtung Nord-Osten. Das unscheinbare Schild mit der Aufschrift MARANJAB DESERT erscheint wie ein verlockendes Geheimnis. Ein letztes Mal drehst du dich um und winkst der charmanten Frau und ihrem kopfschüttelnden und heftig gestikulierenden Mann zum Abschied. Wenngleich die Einladung verlockend schien, hat sich der Entschluss, die nächsten Tage in der Wüste zu verbringen, unabweisbar manifestiert. 

Am absolut dunklen Horizont erscheinen die Lichter des Checkpoints, der das Ende der Zivilisation und den Beginn der Wüste markiert. Der Wärter lässt dich lächelnd passieren und nach einigen Kilometern bist du wirklich allein.

 
 
 
 
 

Der scheinbar leere Raum um dich füllt sich jedoch schlagartig mit all den Eindrücken der letzten Wochen.

 
 
 
 
 
 
 

Don't you wonder sometimes
'Bout sound and vision

Blue, blue, electric blue
That's the colour of my room
Where I will live
Blue, blue

Pale blinds drawn all day
Nothing to do, nothing to say
Blue, blue

I will sit right down, 
Waiting for the gift of sound and vision
And I will sing, waiting for the gift of sound and vision
Drifting into my solitude,
over my head

Don't you wonder sometimes
'Bout sound and vision

 
 

Antivision

Unmittelbar nach der Grenze wird dir schlagartig bewusst, welch ein unendlicher Raum sich vor dir öffnet. 2130 km bis an den Persischen Golf. Du fühlst dich wie ein Taucher, der bereits während dem Sprung in den Ozean die Orientierung verliert.

Jedes Land davor hatte eine absehbare Größe, der Iran hingegen erscheint dir wie eine neue Galaxie.

 

 
 
 
 

Erde

Kurz nach Sonnenuntergang näherst du dich ein paar dicht zusammenstehenden Hütten inmitten in dieser unendlich weiten Hochebene von Marakan. Trotz der hereinbrechenden Dunkelheit sind weit und breit sind keine Lichter zu sehen. Die Wasservorräte sind bereits seit einiger Zeit aufgebraucht und die leichte Brise verspricht in einen nächtlichen Sturm anzuwachsen. Wie aus dem nichts schnellen plötzlich zwei Hunde zwischen den frisch aufgetürmten Heuhaufen auf dich zu. Instinktiv bückst du dich um nach einem Stein zu greifen und bereits diese Bewegung wird von den Kötern als ernsthafte Warnung wahrgenommen. Ein Pfiff und laute Rufe lassen sie endgültig von dir abrücken und aus der selben Richtung kommt ein kräftig gebauter Mann mit einer Schaufel in der Hand auf dich zu. 

 

Al's Haus

 

Aufgrund der Tatsache, dass mir am Ende der Reise durch den Iran so gut wie alle meine Habseligkeiten entwendet wurden, bin ich ausser Stande, diesen Bericht ohne Fotos und Notizen in eine angemessene Form zu bringen.

Ich möchte unbedingt darauf hinweisen, dass dieser Vorfall überall passieren hätte können und mein nachlässiges Verhalten zu dieser Situation geführt hat.

In sieben Wochen habe ich wundervolle Menschen kennen gelernt und fantastische Geschichten erleben dürfen.

 

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