From the outside, you see lifeless faces,

Strangers all, from Rome to Khorasan.

What's behind those faces? Look again.

To see the human ocean, look within.

 

#1810: From Rumi's Kolliyaat-e Shams-e Tabrizi

 

Outskirts of Kashan

Der Wille zur Schachtel - Ein Textausschnitt aus der Kulturgeschichte der Neuzeit von Egon Friedell

Eine einfache Erwägung zeigt, dass alle Klassifikationen, die der Mensch jemals gemacht hat, willkürlich, künstlich und falsch sind.

Aber eine ebenso einfache Erwägung zeigt, dass diese Klassifikationen nützlich und unentbehrlich und vor allem unvermeidlich sind, weil sie einer angeborenen Tendenz unseres Denkens entspringen. Denn im Menschen lebt ein tiefer Wille zur Einteilung, er hat einen heftigen, ja leidenschaftlichen Hang die Dinge abzugrenzen, einzufrieden, zu etikettieren. Und das Lieblingsspielzeug vieler Kinder ist die Schachtel.

Aber auch der Erwachsende trägt immer ein unsichtbaresQuadratnetz mit sich herum. Die einfache und lichte Anordnung der meisten Naturprodukte, die deutliche und bestimmte Segmentierung des Tierkörpers, die regelmäßigen Knoten des Blumenstängels, gleichsam dessen Stockwerke, die scharf geschnittenen Flächen und Winkel des Kristalls; all das ist für uns ein eigentümlich erfrischender Anblick. Wir verlangen, das ein Gedicht Strophen, ein Drama Akte, eine Symphonie Sätze, ein Buch Absätze habe, sonst fühlen wir uns sonderbar gequält, befremdet und ermüdet. Ein Antlitz, dessen Teile sich nicht kräftig und ausdrücklich gegeneinander abheben, erscheint uns unschön oder nichts sagend. Wir verehren Menschen oder Völker nach dem Grad ihrer Kunst zu stufen, zu gliedern und zu scheiden.

Ja das was wir Kunst nennen ist fast identisch mit dieser Fähigkeit. 

Die griechischen Architekten und Bildhauer sind die Lehrer der Jahrtausende geworden, weil sie Meister der Einteilung, der Proportion waren. Der Dichterruhm Dantes beruht zum Teil darauf, dass er die geheimnisvolle Welt des Jenseits durchsichtig und fassbar gemacht hat, indem er sie in klare Kreise zerlegte. Und die Aufgabe aller Wissenschaft hat ja niemals in etwas anderem bestanden, als in der übersichtlichen Parzellierung und Gruppierung der Wirklichkeit. 

Durch künstliche Trennung und Aufreihung macht sie die Fülle des Tatsächlichen handlich und begreiflich. Es heißt freilich, die Natur macht keine Sprünge, aber es scheint, dass hier die Zwischenformen, durch die sie hindurch muss, nicht das Wichtigste sind, denn sie hat keine einzige von ihnen aufbewahrt; sie benutzt sie offenbar nur als Hilfslinien und Notbrücken um zu ihrem eigentlichen Ziele zu gelangen. Den scharf gesonderten Gruppen und Reichen. Was sie will sind die markanten Unterschiede und nicht die verwaschenen Übergänge. Oder sagen wir lieber; wir vermögen es auf jeden Fall nicht anders zu sehen. 

Was uns bei der Betrachtung eines Entwicklungsganges reizt und bewegt ist immer jener geheimnisvolle Sprung, der fast niemals fehlt.

In jeder Biographie sind es die plötzlichen Erhellungen und Verdunklungen, Wandlungen und Wendungen, Taillen und Zäsuren, die unsere Teilnahme fesseln. Das, was den Einschnitt, die Epoche macht. 

Kurz; wir fühlen uns nur glücklich in einer artikulierten, gestuften, interpunktierten Welt.

 

Egon Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit. Verlag C.H. Beck, München 2007 (2. Aufl. 2008) – ISBN 9783406564628

"Wer weder raucht noch trinkt, wird als sehr gesunder Mensch sterben."

Georgisches Sprichwort.

Batumi, Georgia

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Die Tsttur deines Lptops ist teilweise kputt. Es entstehen generell immer mehr Schäden. Dem Jungen knns egl sein. Nchdem du ds Foto gemcht hst, km er uf die Strße und sh dir lnge nch. Trnskrptien.

Sie haben einen guten Platz hier unter dem Baum. Ihr Obst und Gemüse wollen sie nicht an den Supermarkt verschleudern. Wir teilen uns eine Wassermelone, du kaufst noch Vorräte ein und wunderst dich wieder mal über den lächerlichen Preis.
Natascha und Melania. Dubove